Allen guten Dinge sind Drei

Philipp realisierte, dass Emily ihn erkannt hatte. Tja, jeder hatte so seine kleinen Schwächen und er liebte es halt nun mal AHA zu sagen. Dass das jedoch schon so bekannt ist, damit hat er nicht gerechnet. Na, spielte jetzt auch keine Rolle mehr. Ihm ging es primär darum, die Misere seiner Brüder auszubügeln. Ausserdem war er neugierig, wer diese Person am anderen Ende des Telefon gewesen war. Nachdem er Mike und Tom kräftig in die Mangel genommen hatte, erfuhr er von ihnen die gan-ze Geschichte. Philipp fühlte sich nun verpflichtet, das ganze wieder in Ordnung zu bringen. Seine jüngeren Brüder hatten ja schon so manches angestellt. Aber so ein Ding wie dieses noch nicht und dafür sassen sie jetzt in der ganz grossen Scheisse. Aber es war ihr Problem, daraus wieder heraus zu kommen. Er hatte sein möglich-stes getan, aber für alles konnte er auch nicht zur Verantwortung gezogen werden. Doch wenn eine holde Dame in Not war, so musste das doch zumindest richtig ge-stellt werden. Wenn die holde Dame dann noch so vehement ist, Humor hatte und ihren Prinzipen treu blieb, dann war sie schon einen zweiten Blick wert. Dieser hatte sich gelohnt, wie er jetzt feststellte. Grosse, ausdrucksstarke blaue Augen, dunkle lange Haare, er liebte diese Kombination und ein lächeln, Waffenscheinpflichtig. Momentan stand ihr Mund jedoch weit offen. Dieser lud direkt... hey, er war hier um etwas in Ordnung zu stellen, nicht um noch mehr Verwirrung zu stiften. Problem lö-sen, Familienehre einigermassen wieder herstellen, Welt wieder in Ordnung, so lau-tete seine Devise, von verlieben war nie die Rede gewesen. Und dann noch auf den ersten Blick, unmöglich. Er hatte zwar schon davon gehört, glaubte jedoch nicht dar-an. Wieso auch, die Frauen hatten ihn bis jetzt nur das Gegenteil gelehrt. Er merkte, dass es an der Zeit war etwas zu sagen. Kreativ und wortgewandt wie er war fing er an mit....

Ich verstand die Welt nicht mehr. Eigentlich wollte ich alles was zu diesem Kapitel Zwillinge gehörte vergessen, doch nun stand ein Teil davon direkt vor mir. Ich merk-te, wie mein Kinn wieder etwas Gefühl bekam und ich fähig war, es wieder zum Oberkiefer hochzuziehen. Also wenn das nicht Philipp ist fress ich nen Besen. Bitte lass es ihn sein, hab doch keinen Hunger. Krampfhaft hielt ich mich am Top fest, als Philipp begann zu sprechen. „Aha, ich glaub du weißt ja jetzt wer ich bin. Freut mich dich endlich kennen zu lernen. Ich mein, aehm, du hast ja meine Telefonanrufe nie beantwortet“, fuhr er fort, stimmt, korrekt, hatte ja auch meine Gründe, „und deshalb griff ich halt zu dieser Massnahme.“ Philipp endete seine Ansprache. Darf ich AHA jetzt auch noch verwenden? Emily, reiss ich zusammen, aber wer konnte bei diesem Typen seriös bleiben. Tausend Dinge gingen mir durch den Kopf, keines davon war Jugendfrei. Soviel zu meinen Prinzipien. Schweigend starrten wir uns an. Ich glaub jetzt erwartet er von mir eine Antwort. „AHA“. Ja, ich habs getan. Philipp lächelte mich an. Schmelz. Mein Herz begann heftig zu klopfen, und irgendwie brauchte ich dringendst frische Luft. „Wollen wir nen Kaffeetrinken gehen?“ MAX, mist, den hatte ich total vergessen. „Klar, gerne, aber nicht hier. Ich kenn da ein gemütliches Kaffe nahe dem See. Bei diesem schönen Wetter wäre es schade, wenn wir drinnen sitzen würden. Gibst du mir noch 10 Minuten, bin gleich wieder da.“ „Klar.“ Ich begab mich auf die Suche nach Max. Ich erklärte ihm, dass ich eine alte Freundin wiedergetroffen habe und ich gerne mit ihr eins ziehen gehen würde um über alte Zeiten zu traschten. Es täte mir leid, dass ich ihn so abspeisen müsste, aber ich wäre mir si-cher, er verstehe mich. Ziemlich verdattert und entäuscht schaute Max mich an, sagte aber er verstehe und wünsche mir noch viel spass. Dann drehte er sich um und weg war er. Ich begab mich zurück zur Boutique. Dort wartete immer noch Phil-ipp auf mich. „Alles klar?“ fragte er mich. Ich nickte nur, irgendwie litt ich wieder an Atembeschwerden. „Ok, dann lass uns gehen und diesen schönen Sommernach-mittag zusammen geniessen. Ich bin dir noch eine Erklärung schuldig bezüglich mei-nen Brüdern. Ich möchte nicht, dass du einen falschen Eindruck von meiner Familie hast. Wir sind nicht alle so.“ Er schaute mir dabei tief in die Augen. „Aha“ erwiderte ich, er lächelte mich an, nahm meine Hand und los gings.