Ihr erschien dieser Weg sehr weit. Endlich kamen sie bei dem Haus Nr. 76 an. Lilly freute sich sichtlich, als er die Wohnungstür in der dritten Etage aufschloss und sie in den dunklen Flur schob. Er schlüpfte sogleich auf dem Fußabtreter aus seinen Schuhen und zog erst einmal seinen verschmutzten Mantel aus, wickelt ihn sorgfältig zusammen und trug das Bündel fort. Sie stand tropfend an der Tür und schaute sich erstaunt um. Die acht Deckenstrahler spiegelten sich im weißen Marmorfußboden wider. Entsetzt betrachtete sie sich in dem riesigen Kristallspiegel, welcher die gesamte linke Wandfläche einnahm.
"Oh Gott, wie sehe ich denn aus?", murmelte sie verdattert. Jetzt begriff sie, warum er sie nicht einfach weiter ziehen ließ. Verschämt schaute sie an sich hinunter. Es dauerte eine Weile, bis der Mann in einem blauweiß gestreiften Bademantel zurück kam und ein großes Handtuch in der Hand hielt.
"Übrigens, ich bin Maurice!", sagte er in einem freundlichen Ton und reichte ihr das weiche gelbe Tuch.
Dankend nahm sie es ihm ab und antwortete beim Abrubbeln ihrer Haare, "und ich bin Lilly."
Als sie mit dem Handtuch über ihr verschmutztes Gesicht fahren wollte, umfasste er gewandt ihr Handgelenk.
"Oh, nicht mit dem Handtuch. Moment bitte, ich hole dir etwas anderes!", und ging. Mitten im Laufen blieb er abrupt stehen, drehte sich langsam um und schaute Lilly an. Musterte sie genau von Kopf bis Fuß.
Verlegen zuckte sie mit den Schultern und blickte zu ihm hin: "Ist was nicht in Ordnung?"
Er kam mit großen Schritten zurück, lachte: "Du tropfst mir ja hier alles voll. Ich trage dich ins Bad, dass ist wohl besser so!"
Lilly konnte nichts erwidern, denn er hatte sie bereits auf seine Arme genommen und trug sie ins Bad. Dort setzte er sie auf eine grüne Marmorkonsole. In einer bedächtigen Ruhe begann er mit den bereitliegenden Feuchttüchern ihr Gesicht zu säubern. Ganz vorsichtig wischte er ihr das Blut unter der kleinen Stupsnase weg und befreite sanft ihre Wangen vom gröbsten Straßenmatsch und ihrer verlaufenen Wimperntusche. Ihre langen braunen Haare rubbelte er noch einmal mit dem Tuch durch und wickelte sie darin ein.
"Jetzt sehe ich erst, wen ich gefunden habe.", sprach er leise. So leise, als wenn diese Worte nur für ihn alleine bestimmt waren. Entzückt blickte er in ihr reizvolles Gesicht. Sie schaute ihn mit wunderschönen, dunkelbraunen Augen ängstlich an, fast unmerklich flackerten diese Augen, wechselten die Tiefe der Farben.
Leicht öffnete sie ihre roten Lippen und murmelte: "Danke ".
Maurice lächelte sie an und suchte mit seinen blauengrauen Augen die ihren. Einen schüchternen Blick mit diesen funkelnden Augen fing er ein. Fasziniert von ihrer Ausstrahlung griff er abermals nach einem Handtuch und wischte damit über ihre nasse Bluse. Bei der Berührung ihres Körpers bemerkte er, dass sie keinen Büstenhalter trug und sah erst jetzt, dass ihre Nippel aufrecht durch den Stoff ragten. Im Stillen bewunderte er die Silhouette ihres Busens und frottierte bewusst über ihn hinweg, war bemüht, ihre Haut mit seinen Händen zu spüren. Hingerissen von ihr befreite er sie weiter vom Dreck und streifte mit dem weichen Handtuch über ihre Arme.
Lilly wurde allmählich ruhiger. Das anfängliche Misstrauen legte sich und eine Neugier erwachte in ihr. Still fragte sie sich: `Wer ist dieser Mann, dieser Maurice?’ Seine Beflissenheit belustigte sie zusehends und es machte ihr Spaß.
Nur Spaß? Oh nein, denn diese fürsorglichen Berührungen, dieses flüchtige Streicheln ihrer Brüste hinterließen einen so süßen Schauer und eine verlangendes Etwas breitete sich aus, nebelte sie unmerklich ein.
Maurices Blick streifte ihre Beine. Er hob einen Fuß nach dem anderen hoch und zog ihre Schuhe aus. Schließlich rutschte er zart mit den Händen über ihre Waden, ihre Knie und ihre Oberschenkel nach oben und griff unter den Rock. Dort ruhte er kurz mit seinen warmen Händen und fasste etwas fester auf ihre Schenkel. Bis er dann auf der samtigen Haut nach den Strumpfbändern tastete. Sein Atem ging etwas schneller, als seine Finger so nah bei ihrem Venushügel ruhten und er ihre Weiblichkeit förmlich riechen konnte. Zögerlich umspielte er den Rand ihrer Strümpfe. Ganz sanft fasste er mit seinen Fingern unter den dünnen Stoff und rollt behutsam das kaputte Netzwerk über ihre kalten Beine herunter. Dabei berührten seine Hände absichtlich ihre nackte Haut. Mit seinen Daumen fuhr er liebkosend an ihren Innenschenkeln entlang, berührte flüchtig ihre Knie und umspielte ihre Waden. Bei ihren Füßen angekommen, streifte er die Strümpfe über sie hinweg und warf sie im Bogen hinter sich fort.
Lilly lehnte sich mit geschlossenen Augen zurück. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, schenkte ihr ein sinnliches Aussehen. Sie fiel in eine wonnige Wolke von Leichtigkeit und Leidenschaft und genoss ihn, genoss seine zärtlichen Hände, genoss seine sanften Berührungen.