Konfrontation
"Hey Sie da, was machen sie hier? Lassen sie sofort diesen Schüler
in Ruhe!" rief er ihm entgegen. "Ich mache gar nichts," erwiderte
Jerry. Trish sah dunkle Wolke auf sie zukommen. Es musste ja so kommen. Sie hat
gar nichts getan und würde nun den ganzen Aerger abgekommen. Na mal schauen
was passieren wird. "Sie können doch nicht einfach hier hereinkommen
und meine Schüler bedrohen. Was fällt ihnen ein, ich werde gleich
die Polizei verständigen!" ereiferte sich der Direktor. "Ja,
machen sie das ruhig. Dann werde ich der aber erzählen, dass ihre
Schüler andere Schüler an dieser Schule nötigen und sie aufs
gröbste Bedrohen und sie körperlich verletzen." Der Direktor
schaute ihn verdattert an. Damit hatte er nicht gerechnet. "Wie meinen
sie? Was wollen sie mir hier unterstellen?" Wie konnte dieser Herr es
wagen, seine Schüler und ihn anzugehen. Es ging hier doch nur um eine
Schülerin aus dem Heim. Die waren hier eh nichts wert, kosteten eine Menge
und brachten schlussendlich nur Aerger. Bis jetzt hatte es nie jemanden gegeben,
der für diese eingestanden ist. "Nichts, ich spreche nur die
Wahrheit." Jerry seinerseits verlor langsam die Geduld. Zuoft waren ihm
während seiner Einsatzeit beim FBI solche Typen ueber den Weg gelaufen.
Diese typischen Schleimer haengten sich an jene, die ihm einen gewissen
Profit versprachen. Dies waren anscheinend die Schueler, welche nicht im Heim
lebten. Er brauchte keine verbale Bestaetigung fuer seine Vermutung. Die
Haltung des Direktors sprach fuer sich.
Trisha beobachtete die Szene. Unmerklich schlich sie sich naeher an Jerry heran.
Sicher war sicher. Jerry und Trish auf der einten Seite, der Direktor, Max
sowie die anderen normalen Schueler auf der anderen, so traf Phil die Gruppe
vor, als er sich auf die Suche nach Trisha und seinem Freund gemacht hat.
"Darf man fragen um was es hier geht?" wandte sich Phil an den
Direktor. "Der Typ hier hat mich bedroht," erwiderte Max an stelle
des Direktors und zeigte dabei auf Jerry. "Und wer sind sie?"
beantwortete der Direktor Phils Frage mit einer Gegenfrage. "FBI, Decker
ist mein Name." Schlauer Junge, dachte Jerry bei sich. Er wusste er
konnte sich auf seinen Kumpel verlassen. Wie er selber hatte auch Phil die
Situation sofort richtig eingestuft und spielte das verzwickte Spiel mit.
"Wie kommt es dass sich hier jemand vom FBI einmischt?" fragte
der Direktor verwundert, "und wie kommt es dass sie so schnell hier
sind? Wer hat sie überhaupt angerufen?" "Ich war gerade auf
der durchfahrt als ein paar Schüler aufgeregt aus der Schule rannten
und ich diese beinahe überfuhr. Diese erklärten mir denn Sachverhalt.
Deshalb bin ich nun hier." Diese Erklärung schien dem Direktor
einzuleuchten. Jedenfalls hakte er nicht weiter nach, sondern begann dem
Herrn vom FBI alles zu erklären. Phil hörte interessiert zu und
zeigte tiefe Anteilnahme. Nachdem Max und der Direktor ihre Geschichte beendet
hatte stellte Phil eine ganz einfache Frage, "und wieso hatte der Herr
hier einen Grund, Max zu bedrohen?"
"Aehm, ich weiss auch nicht. Ich mein, ich stand hier so mit meinen
Kumpels und ja, da tauchte er auf einmal auf und behauptete, ich habe
irgendein Mädchen bedroht. Dabei haben wir nur rumgealbert. Nicht wahr
Trisha." Dabei schaute er sie an, mit einem Blick der aussagen sollte,
wenn du nicht bestätigst was ich gesagt habe gäbe es zukünftig
grossen Ärger. Trisha hingegen vermied es Max anzuschauen, geschweige
denn etwas überhaupt zu sagen. Phil schaute wartend Trisha an. Jerry
merkte jedoch in welcher Klemme die kleine sass und antwortete an ihrer
Stelle. "Also wenn du an den Haaren ziehen, Arm verdrehen und gegen
die Schulschränke drücken rumalbern nennst, dann möchte ich
nicht wissen, wie es aussieht wenn du jemanden wirklich in die Mangel nimmst.
Ausserdem nehme ich an, dass die Würgespuren an Trishas Hals auch von
dir stammen." "Nein, stimmt nicht, kann ich was dafür wenn
die kleine eine Paranoia hat und sie darauf steht, sich selber zu
verletzen?" "Ach so nennt man das neuerdings. War mir allerdings
nicht klar." "Doch, ich habs gesehen, und meine Freunde können
das nur bestätigen. Also ich wollte das Mädchen nicht in
Schwierigkeiten bringen, aber, ähm ich mein wir haben gesehen wie
sie begann sich selbst zu verletzen und wir versuchten nur, sie davon
abzuhalten", erwiderte Max auf die Anschuldigungen. "Ja, es ist typisch
für die Heimkinder, dass diese ein gestörtes Verhalten an den
Tag legen. Wir bemühen uns sehr, sie in den Schulalltag miteinzubeziehen.
Aber sie müssen verstehen, es ist für die anderen Schüler
auch nicht einfach, mit solch diffisielen Seelen umzugehen", mischte sich
jetzt der Direktor in die Konversation zwischen Jerry und Max ein. Trisha
schwieg nach wie vor. "Es tut mir leid, wenn ich hier wiedersprechen
muss", Jerry verlor langsam die Geduld, "aber ich weiss was ich
gesehen habe und da ich Trisha kenne, weiss ich auch, dass sie nicht unter
solchen Anfällen leidet."
"Jerry, lass gut sein, ich möchte nur gehen." Es war das erste, das Trisha laut von sich gab, seit dieser Disput begonnen hatte. "Aber Süsse, das kann doch nicht angehen, dass," "Doch, lass gut sein. Ich möchte jetzt mein Eis essen gehen", fuhr ihm Trish ins Wort. "Ok, wenn du dir sicher bist, aber ich heisse das ganze nicht gut." "Ja ich weiss, aber ich mein, schlussendlich steht doch nur Aussage gegen Aussage und somit würde dies viel Ärger um nichts bedeuten." "Nichts?!" Jerry schaute Trish entsetzt an, sah jedoch ein, was sie damit meinte. "Ok, dann lass uns endlich Eis essen gehen."
"Hey, sie können hier nicht einfach verschwinden, das war tätlicher Angriff auf einen Schüler." Der Direktor wandte sich hilfesuchend an Phil. "Also so wie ich es sehe hat es das Mädchen auf den Punkt gebracht, es steht Aussage gegen Aussage. Somit würde nur eine langwierige Untersuchung Licht ins Dunkle bringen, was auf der anderen Seite nur viel Aufsehen um nichts bringen würde. Und solange keiner der beiden betroffenen Parteien denkt, Anklage oder so was zu erheben, liegt hier kein Tatbestand vor." "Max? Was meinst du?" Der Direktor schaute nun Max an. Dieser begann sich zusehends unwohler zu fühlen, er spürte dass hier irgendwas nicht korrekt ablief, er jedoch am Ende am kürzeren Hebel sitzen würde und meinte somit nur "nö, alles klar hier. Keine Anklage oder sonst was." Der Direktor schaute ihn enttäuscht an. "Gut, somit wäre die Angelegenheit hier erledigt," schloss Phil ab, "oder gibt es noch Ungeklärtheiten?" Von keiner Partei erfolgte ein Einwand. "Schön, dann wünsche ich allen noch einen schönen Nachmittag." Mit diesen Worten drehte er sich um und verliess das Gebäude, gefolgt von Jerry und Trisha.