Endlich dort
New York, Big Apple, Manhattan, wow, genauso hatte sich Trisha diese Stadt vorgestellt. Ok, sie hatte vorab schon etliche Bildbänder über ihre Traumstadt bewundert. Sie kam sich vor als ob sie nach Hause gekommen war, wäre nur das blöde Englisch nicht, wieso mussten sie auch Französisch in der Schule haben und nicht Englisch. Das ist doch DIE Sprache auf der Welt. Seufz. Seit einer Woche waren sie nun in dieser Stadt und sie liebte sie mit jedem Tag mehr. Wenn wir nur endlich diesen Jon Conner treffen würden, dann könnte sie ihren Plan in die Tat umsetzten, in dem sie ihn und ihre Mutter zusammenbringen würde, die beiden heiraten und sie dann für immer in dieser faszinieren Welt bleiben könnte. Seufz again. Erica blickte zu ihrer Tochter, "Ist was?"
"He? Aehm, nein wieso?" Trisha fühlte sich ertappt. Sie musste sie ablenken. "Mami sag mal, wirst du diesen Carlos Walker wieder treffen?" Nun war es an Erica schuldbewusst dreinzublicken. "Hmm, nur wenn du damit einverstanden bist, er hat mich morgen abend zum essen eingeladen, ich habe ihm aber noch nicht zugesagt. Trisha, schau mal, dadrüben!" Trisha blickte in die angegebene Richtung. Aha, FAO Schwartz.
"Das ist einer der grössten Spielwarenläden der Welt, wenn nicht der Grösste."
"Aber Mami, aus diesem Alter bin ich doch schon lange raus. Und? Wirst du gehen?"
"Also ich würde ihn schon gerne wiedersehen, schliesslich hat er uns aus einer heiklen Situation errettet und irgendwie muss ich mich ja erkenntlich zeigen."
Trisha grummelte in sich hinein. Wegen ihrer Unachtsamkeit wurde ihnen drei Tage vorher beinahe Mamis Tasche gestohlen, und dieser Typ hat den Dieb zu Fall gebracht und uns die Tasche retourniert. Dabei dachte sie, wenn die Tasche wegkommt, haben sie einen Grund zur Polizei zu gehen und.... aber eben, hat nicht funktioniert und ihre Mutter war ziemlich sauer und geschockt gewesen ab dem Ganzen. Mutterinstinkt. Und dann hat sich dieser Mr. Walker auch noch den ganzen Tag uns angeschlossen und Fremdenführer gespielt. Als ob wir das nötig hätten. "Und was ist mit mir? Du kannst mich ja nicht ganz alleine in dieser Stadt lassen, hast ja gesehen, dass ich nicht mal auf so eine blöde Handtasche aufpassen kann."
"Stimmt, wo du recht hast hast du recht. Ich rufe Carlos nachher an und frage ihn, ob wir nicht ins Kino oder sonstwohin können." Erica fühlte sich schuldig. Sie wollte doch diese Ferien mit ihrer Tochter verbringen und da kreuzt dieser atemberaubende Typ ihren Weg. So lange ist es her, seit sie dieses Kribbeln verspürt hatte. Das letzte Mal mit Trishas Vater, aber an den wollte sie momentan nicht denken, nie wieder wenn es irgenwie möglich ist. Sie fragte sich, was Trisha gegen ihn hat. Er hat sich wirklich Mühe gegeben an diesem Nachmittag mit ihnen. Aber nur noch eine Woche und dann würden sie nach Hause fliegen und das ganze wäre sowieso vorbei, wieso also nicht die Zeit hier geniessen? Mit diesem gegaukelten Vorsatz vergrub sie ihr Gewissen tief in sich.