Schleimbeutel

Nun war es Freitag und in zwei Tagen sollten sie wieder nach Hause fliegen. Von Jon keine Spur, dafür umso mehr von diesem Mr. Walker. Trisha weigerte sich kontinuierlich, ihn Carlos zu nennen. Sie hatte kein gutes Gefühl wenn sie an ihn dachte. Sie konnte es nicht in Worte fassen oder erklären wieso sie sich so gegen ihn sträubte, wusste aber, dass sie ihr Gefühl bis jetzt selten im Stich gelassen hat. Irgendwas war falsch an ihm, und das sicherlich nicht nur seine weissen Zähne. So hatte sie sich ihre Ferien nicht vorgestellt. Seit Montag nun leistete er ihnen tagtäglich Gesellschaft. Muss der Typ nicht arbeiten? Auf der anderen Seite scheint er ja reich zu sein, wohin er uns überall gebracht hat... hmm. SCHLEIMBEUTEL!

Auf der anderen Seite machte er ihre Mutter glücklich und das gönnte sie ihr von ganzem Herzen. NUR NICHT MIT IHM!!!! Sie liebte ihre Mutter über alles, und obwohl sie erst 13 war, wusste sie genau, dass ihre Mutter einige Abstriche in ihrem Leben machen musste wegen ihr. Sie hat immer zu ihr gehalten, was auch war. Nicht dass Trisha viel angestellt hätte in ihrem Leben. Sie war mehr die Einzelkämpferin. Sie war nicht die wortgewandte Lieblingsschülerin und Freunde hatte sie zuhause auch nicht wirklich. So hatte sie sich immer mehr in ihre Fantasiewelt zurückgezogen und lebte von Tagtraum zu Tagtraum. Doch die Situation hier entwickelte sich immer mehr zum Alptraum. Merkte ihre Mutter denn gar nichts? Sie hätte heulen können.

Ihre Mutter kam aus der Dusche. "Liebling, du hast dich ja noch gar nicht angezogen? Wenn du dich nicht beeilst, werden wir zu spät kommen und ich möchte Carlos nicht warten lassen."

"Er wird uns schon nicht davonlaufen." Mit diesem Kommentar schälte sie sich vom Bett runter und begab sich ins Bad. Ihre Mutter hatte nicht mal ihre pazige Antwort bemerkt. Noch zwei Tage und dann sind wir endlich wieder zuhause. ENDLICH.