Alptraum
Jetzt ist der Alptraum wahr geworden. Hat dieser Schleimbeutel es tatsächlich gewagt, meiner Mutter einen Heiratsantrag zu machen. Für Trisha brach eine Welt zusammen. Sie verstand ihre Mutter nicht mehr. Diese hat den Antrag freudig angenommen. Sie hat nicht mal ihre Tochter diesbezüglich konsultiert. Jetzt bin ich ganz alleine auf der Welt, dachte Trisha und starrte missgelaunt an die Decke ihres neuen Zimmers. Was war bloss los mit ihrer Mutter? Obwohl sie sich vorgenommen hatte, nicht wieder zu weinen traten ihr Tränen in die Augen. Wieso hatte sie so darauf bestanden, nach New York zu gehen? Was war sie doch für ein Idiot. Blöde Stadt. Sie dachte an Zürich und ihre Wohnung in Höngg. Wie sehr wünschte sie sich dorthin zurück zu all den Tropenköpfen in der Sekundarschule. Dafür hatte sie sich nun letztes Jahr so abgerackert, dass sie in die Sek käme und nun das. Leise klopfte es an ihre Türe. Es war Mary das Hausmädchen. "Ihr Vater sie sehen in seinem Arbeitszimmer".
"Er ist nicht mein Vater und wird es auch nie sein." Sie wischte die Tränen aus ihren Augen weg und stampfte in den unteren Stock und ins Arbeitszimmer von Mr. Walker.
"Yes?" "I have to discuss several matters with you. First of all its ‘yes Sir’ when we are alone and Dad when your mom and other people are around us, as I have told you several times before. Second I am no longer accepting your behaviour against me. Either you start accepting that I am now Number one for your Mother or I have to show you this in other ways." Während er das sagte, schlug er mit dem Lineal in seine offene Handfläche, um seinen Worten den nötigen Ausdruck zu verleihen. "Furthermore I have signed you to the local school and you will start it by next week. Fourth, I am as well going to send you to a Fitness Class and set you on a strict diet. Next, if you need money, earn it by yourself…" So ging es weiter für die nächsten 60 Minuten. Trisha schaltete auf Durchzug und starrte auf seine künstlich weiss gehaltenen Zähne. Zum Glück war ihr Englisch noch nicht so gut, somit konnte sie sich später immernoch wieder rausreden. Sie hätte selbstverständlich nie erwähnt, wie gut sie es in der Zwischenzeit schon wirklich konnte. Ihr Fluchtplan nahm immer konkretere Formen an. Sie wollte zurück in die Schweiz, und wenn das bedeutete, dass sie als illegaler Passagier sich auf einem Frachtschiff verstecken musste.
"ARE YOU LISTENING?!!!!!"
"Yes Sir."
"Then repeat what I just told you."
"Sorry, but I not understand all say you. My English not that good." Er schnaubte sie nur an und meinte, sie solle verschwinden und sich das Gesagte durch den Kopf gehen lassen. Eher durch den Magen, dachte sie bei sich und machte sich auf die Suche nach ihrer Mutter. Sie musste unbedingt mit ihr sprechen.
Seit 8 Monaten lebte Trisha nun in diesem Alptraum als sich eine tragische Wendung anbahnte. Ihre Mutter hatte immer noch nichts vom Ganzen mitbekommen und dachte alles sei Friede Freude. Trisha lernte in der Zwischenzeit wie ein Schatten durch das Leben zu kommen, nirgendwo auffallen, keinen Eindruck zu hinterlassen. In der Schule kam sie erstaunlicherweise recht gut mit, da die Amis mit dem Schulstoff viel weiter zurücklagen als in der Schweiz. Freunde hatte sie jedoch auch an dieser Schule keine, doch es störte sie nicht mehr. Sie hatte sich ganz fest vorgenommen, bis spätestens nächste Weihnachten wieder zuhause zu sein. Sie wollte dann bei ihrer Tante sowie ihrem Cousin und Cousine wohnen. Die werden mich sicherlich aufnehmen und wenn ich in ein Heim muss, alles ist besser als das. Und vielleicht wenn sie nicht mehr hier wäre würden ihrer Mutter endlich die Augen aufgehen und sie würde merken, was für einen Typen sie da geheiratet hatte und sofort ebenfalls nach hause kommen.