Ihr persönlicher John Conner

Und dann geschah es, sie traf ihren Jon Conner, nur dass er im wirklichen Leben Jerry Cotton hies. Es war nach der Schule, als sie am Geld einkassieren war fürs Zeitungen austragen. Es war gerade der neue Nachbarn an der Reihe, der vor 2 Monaten eingezogen war, als sie von ihm in seine Wohnung gebeten wurde.

"Setz dich doch bitte." Trisha wunderte sich. All das nur wegen der Zeitung? Komisch, hab ich was falsch gemacht? Das waren ihre Überlegungen. Oder wollte er ihr etwa mitteilen, dass er ab sofort kein Zeitungsabo mehr wollte? Shit, das würde ihre ganzen Fluchtpläne über den Haufen werfen, sie war auf jedes Geld angewiesen. "Sir, hab ich was falsch gemacht?" Schuldbewusst schaute sie ihn an.

Jerry kamen zweifel auf, war das wirklich der richtige Weg? Sie war noch ein Kind! Doch, es musste sein, sie hatten keine andere Möglichkeit, wenn sie Carlos Walker überführen wollten. Irgendwann musste man einen Schlussstrich ziehen. Und der war bei ihm schon längst überfällig!

"Nein, nein, keine Sorge, alles in Ordnung. Schau, es geht um deinen Vater." Trish’s Gesichtszüge verdunkelten sich augenblicklich. Hopsla, da war wohl nicht gut Kirschen essen, dachte Jerry. Liebt sie ihn so abgöttisch, dass sie nichts und niemanden an ihn ranlässt? Müssten sie sich schlussendlich doch jemand anders suchen? Doch sie war so perfekt.

"Ja?!?" Trish schaute diesen Fremden misstrauisch an. Was wollte er von ihr?

"Schau, da gibt es ein Problem mit ihm." "Echt?" Trish schauten diesen Fremden noch misstrauischer an. "Wer sind sie wirklich?"

Schlaues Kind. Jerry musste sich hier wohl doch was anderes einfallen lassen.

"Schauen sie, wenn sie irgendwas von meinem STIEFvater wollen, wenden sie sich direkt an ihn, ich spiele hier für niemanden Vermittler. Somit kann ich ihnen LEIDER überhaupt nicht helfen" , beendete sie ihre Rede sakastisch.

"Du magst deine Vater wohl nicht wirklich?" "STIEF-Vater."

"Oh, er ist nicht dein leiblicher Vater?" "Nein" "Aha, das wusst ich gar nicht" "Dann hätten sie ihre Hausaufgaben besser machen müssen. Sie sind ein Cop, nicht?" Jerry staunte nicht schlecht, so klein und schon so ein Gespür für unsere Berufsgarde, es wird Zeit dass wir sie aus den Klauen dieses Monsters befreien.

"Wie kommst du darauf?" "Nur so" " Hmmm" "Also um was wollten sie mich bitten?" Trisha wusste einfach nicht genau woran sie da war. Was wollte dieser Bulle von ihr? So langsam war sie 100%tig überzeugt, dass er einer war. Aber wenn ihr Stiefvater falsch parkiert haben sollte, war sie dann nicht die falsche Anlaufstelle? Oder würde sich durch diesen Guy vor ihr endlich das bestätigen lassen, womit sie sich schon die letzten Monate rumplagen musste? Dass ihr Stiefvater eine falsche Schlage war und ihre Mutter ihn schleunigst verlassen sollte. Sie witterte ihre Chance, schneller nach Hause zu kommen als geplant.

"Na ich weiss gar nicht wie ich anfangen soll."

"Am besten vom Anfang"

"Smartass"

"Danke, so, sind sie nun ein Cop?"

"Ja" Jerry musste es riskieren, er spürte, dass die Kleine nur auf eine solche Bestätigung von ihm wartete.

"Gut, dann können wir ja endlich vom gleichen Reden."

Irgendwie schien ihm die Kleine das Steuer aus der Hand zu nehmen. Er verlor zusehends die Kontrolle über das Gespräch. So hatte er sich das nicht vorgestellt gehabt. Damn.

"Und über was möchstest du mit reden, Kleine?"

"Hey, ich bin gut erzogen, ich überlasse den Erwachsenen das erste Wort."

"Danke, in dem Fall. Wir brauchen jemanden, der uns hilft, deinen Vater...." "Stie..." "...Stiefvater zu überführen und ihn hinter Gitter zu bringen." "Wieso?" "Er ist der Kopf einer der Mittelgrossen Mafiabanden hier in New York, und wenn wir ihn nicht stoppen können, wird er bald noch Grösser und noch Mächtiger. Wir müssen ihn jetzt stoppen, solange wir noch irgendeine Chance haben."

Trish staunte nicht schlecht. Sie wusste es ja schon immer, irgendwas war faul mit Carlos, dass es jedoch so schlimm war hätte nicht mal sie vermutet. Da war sie ja in was ganz Dickes reingeraten.

"Und was wird jetzt von mir erwartet?"

"Wir brauchen jemanden, der uns reinbringen kann, der für uns Wanzen anbringen kann, jemanden, der sein Vertrauen geniesst."

Trish kriegte einen Lachanfall. Jerry schaute sie nur verständnislos an. War das so witzig was er gesagt hatte. Nachdem Trisha sich wieder beruhigt hatte, klärte sie diesen Mr. Cotton über das Sachverhältnis resp. ihre Beziehung zu ihrem Stiefvater auf.

"Und was ist mit deiner Mutter?"

"Die wird aus dem Spiel gelassen!"

"Wieso? Sie wäre die Person, die an ihn rankäme."

"Sie würde euch verraten. Sie liebt diesen A***** nämlich wirklich, leider", ein tiefer Seufzer entfuhr Trisha. Plötzlich waren ihre Augen schmerzerfüllt. Jerry dachte nur, dass bei diesem Kind das Sprichwort, ’die Augen sind die Tore zur Seele eines Menschen’ nur allzuwahr sei. Ein Gefühl von Beschützerinstikt durchfuhr ihn, wie er es schon lange nicht mehr erlebt hatte. Was hatte dieses 13jährige Mädchen nur an sich was die anderen nicht hatten?

Sie kehrten wieder zurück zu Carlos Walker. Nach zwei Stunden hatten sie einen ungefähren Plan erarbeitet. Einen sogar, bei welchem Jerry kein wirklcih schlechtes Gewissen haben musste. Trotzdem war ihm nicht wohl dabei. Sein Gefühl sagte ihm, dass irgendwas extrem schief laufen würde, er wusste bloss nicht was.

Trisha war mulmig zumute. Irgendwo war es gut, endlich hattte sie die Aufgabe gefunden, nach der sie solange gesucht hatte, auf der anderen Seite war es viel schlimmer als sie erwartet hatte. Wie konnte sie bloss glauben, gegen so ein Monster anzukommen? Zum Glück hatte sie noch keinen Fluchtversuch unternommen, vermutlich wäre sie sonst jetzt nicht mehr am leben. Doch mit Hilfe dieses Mr. Cotton sollte es zu schaffen sein. Er hatte etwas an sich das ihr ungeheuerlichen Mut gab. Wieso? Sie konnte es nicht beurteilen, war halt einfach so.

Kaum zuhause begann sie, das besprochene in die Tat umzusetzten. Sie begann die Wanzen zu installieren, die Leute besser auszuhorchen. Zum Glück hatten sich alle so an sie gewöhnt und betrachteten sie nicht mehr als Störensfried. Sie war einfach da, wie die Möbel. Gut. Es erleichterte ihre Arbeit ungemein. Sie musste bloss aufpassen, dass sie auf einmal nicht zu fröhlich wirkte.

Erstaunlicherweise wirkte sich dieser Tatbestand sehr positiv auf ihre schulischen Leistungen aus. Zumindest dort merkte man dass etwas im Busch war. Und irgendwo wurde ein Telefon zur Hand genommen und man informierte eine Person über eben den erwähnten Sachverhalt. Dieser Anruf war der Anstoss, den die Lavine noch benötigte, um ins Rollen zu geraten.